Einfach nur mal Danke… mit gratis Wallpaper!

Im 2017 ist für mich viel passiert. Ich durfte die Fotografie weiter vertiefen und vor Allem durfte ich den Blog und die Facebookseite starten. Meine Projekte sind aber noch lange nicht vorbei, aktuell bereite ich gerade einen Blog Umzug vor, mehr dazu folgt demnächst.

Aber es ist an der Zeit, jetzt erst einmal Danke zu sagen: Danke!

Danke für all deine Unterstützung bei meinen Projekten. Deine Rückmeldungen, Likes und Kommentare motivieren mich, mit all dem was gerade gestartet ist weiter zu machen.

Ohne viele Worte zu verlieren, möchte ich dir dazu ein kleines Geschenk überreichen.  Ich stelle dir eines meiner Lieblingsbilder aus diesem Jahr als Wallpaper (und bitte nur für das 😉 ) zum Download zur Verfügung.

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Das Bild ist gross genug, damit es auch auf einem 4k Monitor noch gut aussieht.

Ich liebe dieses Bild und die darin zu sehende Stimmung. Ich fühle mich beim Anblick dieses Bildes immer ein bisschen in die Ferien versetzt, auch wenn das Bild nur gut 2km von mir zu Hause entstanden ist. Aber der Anblick der schneebedeckten Bergen mit der genialen Lichtstimmung lässt mich träumen. Deshalb lasse ich dich daran teilhaben und stelle es dir zur Verfügung.

Ich wünsche dir eine tolle Weihnachtszeit.

Bis demnächst

Flo

Bildgestaltung in der Fotografie

Du kennst das bestimmt. Manche Bilder sprechen dich sofort an, hingegen schaffen es andere so gar nicht dich zu fesseln. In vielen Fällen liegt das an der entsprechenden Bildgestaltung. Mit einer sehr einfach umzusetzenden Regel kannst du deine Bilder gleich um eine sehr grosse Stufe aufwerten.

Um ein möglichst harmonisches Bild zu erreichen, wird häufig der goldene Schnitt angewendet. Bei dieser Regel handelt es sich um eine Anordnung von Objekten, die uns Menschen besonders harmonisch vorkommt. Wahrscheinlich liegt das daran, dass diese Aufteilung in der Natur sehr häufig zu finden ist. Ganz vereinfacht gesagt geht es darum, das Hauptmotiv aus der Mitte zu bekommen.

Thun bei Sonnenuntergang. Hier dient die Drittelsregel zur Positionierung der Wasserlinie.

Goldener Schnitt vs. Drittels Regel (Rule of Third)

Schauen wir uns zuerst einmal an, was mit diesen Regeln genau gemeint ist. In vielen Fällen wird der goldene Schnitt und die Drittels Regel (Rule of Third) gleichgesetzt. Tatsächlich sind sich die beiden Regeln ähnlich, doch es gibt ein paar kleine Unterschiede.

Der Goldene Schnitt lässt sich mathematisch berechnen. Die Teilstrecke A verhält sich zur Teilstrecke B wie die Gesamtstrecke A+B zu A. Das tönt so richtig langweilig und Praxisfern. Wenn wir das ganze jedoch mal im Bild betrachten, ist es nicht mehr ganz so schlimm:

Goldener Schnitt

Dagegen ist bei der Drittels Regel das Bild sowohl in der Horizontalen wie auch in der Vertikalen in drei gleichgrosse Bildbereiche geteilt:

Drittelsregel

Wenn man das Ganze übereinander legt, sieht man ein paar Unterschiede:

Goldener Schnitt (Gelb) und Drittelsregel (Rot)

In vielen Kameras kann man im Sucher oder zumindest im Live View ein Gitternetz einblenden, welches beim Bestimmen der Drittels Regel hilft.

Grundsätzlich sagt man, dass der goldene Schnitt für mehr Ruhe und die Drittels Regel für mehr Dramatik sorgt. In der Praxis würde ich den Unterschied nicht so stark gewichten. Schliesslich ist jedes Motiv anders und damit wird auch die Wirkung immer anders ausfallen. Die Drittels Regel ist sicherlich einfacher zu merken und anzuwenden.

Verlasse dich hier auf dein Gefühl und teste die verschiedenen Positionierungen durch, du wirst sicher die beste Möglichkeit für dein Motiv finden!

Bildgestaltung in der Praxis

Kommen wir nun zur Anwendung in der Praxis. Ich setze hier, aus den oben genannten Gründen, die beiden Regeln jetzt erstmal gleich.

Grundsätzlich solltest du das Hauptmotiv meistens dezentral positionieren. Ein mittig positioniertes Objekt wirkt häufig unnatürlich und befremdlich oder zumindest nicht sehr spannend. Und trotzdem ist dies der wohl am häufigsten gemachte Fehler in der Bildgestaltung von ungeübten Fotografen.

Das beste Beispiel dafür ist wohl der Ferienschnappschuss am Strand mit dem Horizont der mittig durch das Bild verläuft. Das kann gut aussehen, tut es in den meisten Fällen jedoch nicht.

Thunersee im Nebel

Wird der Horizont auf eine der horizontalen Linien gelegt entsteht sehr schnell einiges mehr an Spannung.

Grundsätzlich solltest du das Hauptmotiv immer auf einen der Knotenpunkte legen. Das muss nicht ganz genau sein, eine ungefähre Positionierung reicht in den meisten Fällen mehr als aus.

Drittelsregeln in der Praxis. Die genaue Positionierung ist nicht ultra wichtig.

Das Ganze lässt sich auch sehr gut in der People Fotografie anwenden. Hier hast du zwar häufiger weniger Zeit als bei der Landschaftsfotografie, aber eine ungefähre Ausrichtung des Models lässt sich nach Gefühl in Bruchteilen einer Sekunde vornehmen. Der Effekt wird hier nicht kleiner sein als bei Naturbildern. So werden sogar deine Schnappschüsse auf einen Schlag besser.

Mehrere Objekte im Bild

Oben gingen wir jetzt immer von einem Hauptobjekt aus, welches auf einen der Knotenpunkte gelegt wird. Was auch sehr gut funktioniert ist die Position von zwei Objekten.

Dabei musst du jedoch darauf achten, keine zu grosse Symmetrie zu bekommen (ausser es ist gewollt selbstverständlich). Zwei sehr ähnliche Objekte auf den beiden unteren Knotenpunkten kann schnell unnatürlich wirken.

Die Positionierung auf den diagonalen Punkten eignet sich jedoch hervorragend. Häufig wird der Blick des Betrachters vom einen Highlite zum nächsten weitergeleitet.

Regeln brechen

Regeln sind zum brechen da – das altbekannte Sprichwort ist auch hier anzuwenden.

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, weshalb du dich nicht an diese Regeln halten solltest. Einerseits ist natürlich die künstlerische Freiheit immer gegeben. Wenn dein Motiv nicht so arrangiert sein soll, dann mach es anders. Es ist dein Bild!

Aber auch andere Gründe sind Denkbar. So kann bei Bildern die bewusst stark symmetrisch aufgebaut sind eine absolut mittige Ausrichtung des Objektes absolut Sinn machen.

Streichholz Makro symmetrisch aufgebaut

Bei diesem Bild wäre eine Ausrichtung weiter weg von der Bildmitte unlogisch gewesen. Hier lebt das Bild von der teilweise vorhandenen Symmetrie.

Aber auch eine Ausrichtung des Horizontes auf der Mittellinie ist gewissen Fällen denkbar. Ausprobieren heisst die Devise!

Fazit

Mit ein paar wenigen Tricks die du beachten musst, kannst du die Wirkung deiner Bilder massiv verbessern.

  • Positioniere dein Hauptmotiv immer etwas seitlich versetzt.
  • Versuche den Horizont nicht in die Mitte des Bildes zu setzen.
  • Mehrere Objekte kannst du gut über die diagonal gegenüberliegenden Knotenpunkte positionieren.
  • Breche diese Regeln wann immer es du für richtig hältst. Du bist der Fotograf und entscheidest, wie dein Bild aussehen soll!

20 geniale Geschenkideen für Fotografen

Weihnachten steht vor der Tür und damit auch wieder die Gelegenheit, seine liebsten zu beschenken. Trifft ein Geschenk genau ins Schwarze, ist die Freude bei allen am grössten. Deshalb stellen wir dir hier 20 geniale Geschenkideen für alle Hobbyfotografen vor. Es ist für jede Preisklasse und jeden Typ etwas dabei. Sicherlich findest auch du etwas für deine Liebsten, oder vielleicht sogar für dich selbst (man beschenkt sich selber ja auch gerne mal oder? ).

Die Artikel in diesem Beitrag sind direkt als Werbelink auf Amazon verlinkt. Kaufst du das Produkt über den Link, erhalte ich eine kleine Provision die mir hilft die Seite zu betreiben. Dir entstehen dabei keine Kosten.

SD-Karten

Speicherkarten kann man fast nie genug haben. Auch nimmt die benötigte Speicherkapazität mit jeder neuen Kamera aufgrund der immer höher werdenden Auflösungen immer wie mehr zu. Preislich sind diese mittlerweile auch recht günstig zu haben.

Geeignet für: Jeden Fotograf – kaum einer hat genügend Speicherkarten in der richtigen Kapazität.

SD-Kartenhalter

Die SD-Karten sammeln sich bei Fotografen schnell an. Leider besteht dadurch auch schnell die Gefahr eines Verlusts oder der Beschädigung der Speichermedien. Mit einem entsprechenden Kartenhalter können diese sicher und wiederauffindbar aufbewahrt werden.

Geeignet für: Alle, die viel Speicherplatz mit sich herumtragen wollen / müssen. Perfekter Begleiter auf Reisen!

Kompaktkamera Sony RX100 V

Die grosse Spiegelreflexkamera immer mitzuschleppen kann mühsam sein und auf den Rücken gehen. Weshalb nicht eine absolute Top-Kompaktkamera? Die Sony RX100 V erntet überall Bestnoten in ihrer Klasse und viele Fotografen verzichten auf Reisen mittlerweile aufs schwere Gerät. Die Sony begeistert. Man muss zwar tief in die Tasche greifen, der beschenkte wird aber lange Freude an einem solchen Geschenk haben.

Geeignet für: Alle diejenigen, die viel Foto mit wenig Ausrüstung machen wollen. Garantiert Rückenschonend!

Objektiv Reinigungsset

Verschmutzte Objektive kennt leider jeder Fotograf. Die kommen auch immer in den unpassendsten Momenten. Ein komplettes Reinigungsset gehört deshalb in jede Fototasche.

Geeignet für: Alle die immer mal wieder versehentlich aufs Objektiv fassen oder sonst mit Schmutz und Staub zu kämpfen haben (wer hat das nicht…).

Scott Kelby Lightroom 6 und CC

Lightroom ist ein mächtiges Werkzeug zur Verwaltung und Bearbeitung von Bildern. Einfacher zu bedienen als Photoshop, und reicht trotzdem in vielen Fällen völlig aus. Das Buch Lightroom 6 und CC von Scott Kelby zeigt wunderbar auf, was alles gemacht werden kann. Für Einsteiger wie auch Fortgeschrittene Lesenswert.

Geeignet für: Alle diejenigen, die neu mit Lightroom anfangen wollen oder das Programm zwar schon länger haben, es aber nun richtig beherrschen wollen.

50mm Objektiv mit 1.8er Blende

Objekte sind sehr individuell in der Nutzung. Jeder Fotograf benötigt anderes Equipment. Wenn es jedoch eines gibt, welches wirklich universell ist, so ist das eine 50mm 1.8er Festbrennweite. Kein anderes Objektiv ist wohl so preiswert und vielseitig Einsetzbar und gehört meiner Meinung nach deshalb in jede Fototasche.

Geeignet für: Jeden Fotografen, der es noch nicht hat. Kaum jemand, nutzt ein 50er 1.8er niemals.
Nikon Variante

Canon

DJI MAvic Pro Drohne

Die Drohne schlechthin im Moment. Wer viel unterwegs ist, wird es lieben, auch Bilder und Videos aus ganz anderen Perspektiven schiessen zu können. Nicht günstig, aber bringt garantiert Spass.

Geeignet für: Naturliebhaber mit Abenteuerdrang, welche neue Blickwinkel entdecken wollen.

Peak Design Everyday Messenger Bag

Eine Messengerbag ist ein wunderbares Transportmittel, um seine Ausrüstung auch im Urbanen gebiet geschützt aber immer Griffbereit bei sich zu tragen. Die Taschen von Peak Design überzeugen dabei von erstklassiger Qualität mit modernem Design.

Geeignet für: Modebewusste Fotografen im Urbanen Umfeld.

Stativ

Ein Stativ hilft in vielen Bereichen der Fotografie, bessere Ergebnisse zu erreichen. Teilweise sind gewisse Gestaltungsmöglichkeiten ohne gar nicht realisierbar. Das CI5 von Rollei ist einer der Bestseller und bietet viel Stativ für wenig Geld.

Geeignet für: Alle die auch mal Landschaften, Studio oder Architekturfotografie betreiben.

Bohnensack

Wer nicht immer ein Stativ mit sich herumtragen möchte, kann stattdessen einen Bohnensack wählen. Dieser kann überall abgestellt werden, und hälft auch beim stärksten Wind die Kamera garantiert Rüttelfrei an Ort und Stelle.

Geeignet für: Personen mit zu wenig Lust und Platz ein sperriges und schweres Stativ mit sich herum zu tragen.

Lowepro Flipside 400 AW Kamerarucksack

Ein Kamerarucksack hilft, viel Equipment ohne Rückenschmerzen zu Transportieren. Dabei nimmt der Rucksack auch eine wichtige Schutzfunktion der teuren Geräte ein. Der Lowepro Flipside 400 AW ist bezahlbar, bietet aber viele Funktionen, welche den Fotografenalltag vereinfachen.

Geeignet für: Fotografen die viel Equipment mit sich herumtragen und dabei auch mal längere Strecken gehen wollen.

Polaroid Kamera

Wieder voll im Trend! Mit Polaroidkameras wie der Fujifilm Instax mini 9 können Bilder sofort ausgedruckt werden. der Hit auf jeder Party!

Geeignet für: Partyfüchse und andere, die schnell Knipsen wollen und das Ergebnis gleich in der Hand haben wollen.

Faltreflektor

Ein Faltreflektor ist fantastisch. Durch die verschiedenen Oberflächen lässt sich in jeder Situation das richtige Licht auf das Model werfen. Wenn gewollt, kann der Reflektor sogar als Diffusor nutzen. Der Dörr 7 in 1 Reflektor ist gross genug, um eine ganzheitliche Ausleuchtung zu garantieren und bietet mit 7 verschiedenen Seiten sehr viele Optionen.

Geeignet für: Fotografen mit Ambitionen in der Portraitfotografie.

Graukarte faltbar

Eine Graukarte hilft, den Weissabgleich Originalgetrau sicherzustellen. Durch eine faltbare Graukarte ist diese klein und immer mit dabei.

Geeignet für: Alle, die Wert auf eine originalgetreue Abbildung der Farben legen.

NAS

Daten sind das wertvollste Gut von Fotografen. Also gilt es diese so gut wie möglich zu schützen. Eine Möglichkeit bietet ein NAS, ein Netzwerkspeicher der ins Heimnetzwerk eingebunden werden kann und von jedem Gerät erreichbar ist. Qnap, Synology und wie sie alle heissen bieten unzählige Produkte. Der Bestseller aktuell ist der DS216j von Synology welcher bis zu zwei Festplatten aufnehmen kann.

Geeignet für: Alle, die ihre Daten sichern und gleichzeitig von mehreren Geräten darauf zugreifen möchten.

Schultergurt

Die standard Kameragurte sind häufig unbequem. Eine tolle Alternative bietet ein Schultergurt. Das Gewicht der Kamera wird besser verteilt und hängt nicht alles am Nacken. Ganztägige Fotoshootings werden so viel einfacher!

Geeignet für: Einfach jeden, der seine Kamera etwas länger trägt und das ganze gerne etwas ergonomischer hätte!

Loupedeck Lightroom Steuerung

Bildbearbeitung in Lightroom war noch nie so einfach! Das Loupedeck ist aus einem Kickstarter Projekt entstanden und verbindet die Bearbeitung in der Software mit der physischen Welt. Für alle Einstellungen ein Regler. Einfacher gehts nicht.

Geeignet für: Alle, die ihren Bearbeitungsworkflow in Lightroom beschleunigen wollen.

Objektiv Thermotasse

Den Frühstückskaffee aus einem Objektiv trinken. Was nach einem abgefahrenen Traum tönt, ist mit diesen Thermotassen tatsächlich möglich. Ein wunderbares und humorvolles Geschenk für jeden angefressenen Fotografen.

Geeignet für: Angefressene Fotografen die ohne ihren Kaffee nicht das Haus verlassen können.

Biegbarer Blitz Diffusor

Indirektes Blitzen mit dem Aufsteckblitz ist in der Regel kein Problem. Draussen oder in hohen Räumen allerdings eine Herausforderung. Mit einem biegbaren Blitz Diffusor kann über indirekt geblitzt werden, ganz einfach zu tollen Resultaten!

Geeignet für: Alle, die flexibel sein wollen und auf flach geblitzte Bilder verzichten möchten.

Smartphone Aufstecklinse

Mit diesem 3 in 1 Set lässt sich mehr aus der Smartphone Kamera heraus holen. Das Smartphone wird zu keiner DSLR, aber ein paar mehr Möglichkeiten bringt es auf jeden Fall mit sich.

Geeignet für: Mobile-Fotografen die mehr aus ihrem Smartphone herausholen wollen.

 

Das waren die 20 Top Geschenkideen zu Weihnachten. Hast du noch weitere Ideen die besonders nützlich, lustig oder anderweitig begeisternd sind? Lass mir dazu einen Kommentar da, ich nehme das dann gerne in die Liste auf.

 

 

ISO Empfindlichkeit in der Fotografie

Bei der ISO-Empfindlichkeit (oder einfach nur ISO) handelt es sich um den dritten Faktor zusammen mit der Blende und der Verschlusszeit, welche für die korrekte Belichtung eines Bildes zuständig sind.

Die Wortherkunft kommt von der Internationalen Vereinigung für Normung (ISO).

Der ISO Wert nimmt dabei die Rolle der Empfindlichkeit des Lichtsensors ein und hat damit am wenigsten Einfluss auf die schlussendliche Bildwirkung. Während mit unterschiedlichen Blenden und Verschlusszeiten in diesem Bereich stark unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten erreicht werden können, kann mit dem ISO Wert grundsätzlich nur die Qualität (und natürlich Helligkeit) des Bildes beeinflusst werden.

Funktion der ISO in der Fotografie

Wie bereits erwähnt, ermöglicht dir eine Anpassung der ISO-Empfindlichkeit einen weiteren Regler zur Belichtung des Bildes. Die ISO steuert dabei die Lichtempfindlichkeit deines Kamerasensors, entsprechend mehr oder weniger sensibel reagiert er auf das auftreffende Licht (gesteuert durch Blende und Zeit).

Dabei ist ein tiefer Wert (z. Bsp. ISO 100) am wenigsten Empfindlich. Je höher dieser Wert wird, desto sensibler reagiert der Sensor. Dabei ist die Berechnung auch hier denkbar einfach.

Eine Verdopplung des Werts führt zu einer doppelten Lichtempfindlichkeit.

Beispiel:

Ein Bild ist mit folgenden Einstellungen korrekt belichtet:

Blende 4, Verschlusszeit 1/50 und ISO 200

Verdoppelt man nun die ISO auf 400, kann entsprechend die Verschlusszeit halbiert werden, um dasselbe Ergebnis zu erhalten:

Blende 4, Verschlusszeit 1/100 und ISO 400

Die Berechnung erfolgt eigentlich gleich wie bei der Verschlusszeit und bei der Blende (Blendenreihe beachten!).

Hohe ISO führt zu Bildrauschen

Du kannst die die oben beschriebenen Eigenschaften der ISO in der Fotografie Nutzen, um deine anderen Einstellungen so zu wählen, wie du sie für dein geplantes Bild gerne hättest.

Grundsätzlich könnte man jetzt denken «Mehr Empfindlichkeit ist immer gut». Doch leider hat die Erhöhung der ISO einen massiven Nachteil. Die Bildqualität nimmt, je nach Kamera unterschiedlich schnell, ab.

Einerseits erhältst du mit hoher ISO weniger Kontraste / Dynamik, andererseits erhältst du, je höher du deine ISO stellst, umso mehr das berüchtigte Bildrauschen. Dabei handelt es sich um eine körnige Verfälschung deines Bildes.

Ab wann dieser Effekt auftritt kann nicht pauschal gesagt werden. Der Unterschied zwischen den Kameras ist dabei gewaltig. Auch tritt der Effekt in dunklen Bildbereichen bedeutend schneller auf als in hellen.

Bildreihe ISO 100 – 6400

Bei dieser Bildreihe sieht man gut, wie die Bildqualität immer weiter abnimmt. Dabei ist das bei Sonnenschein ohne unrealistische Beispiele mit astronomisch hohen ISO-Werten entstanden. Wäre die gleiche Belichtungsreihe bei weniger Licht gemacht worden, wäre der Unterschied noch viel deutlicher zu erkennen. Die beste Bildqualität wirst du in der Regel immer bei ISO 100 erhalten.

Wann hohe ISO Werte helfen

Trotz der nicht zu vernachlässigen Nachteile einer hohen ISO-Empfindlichkeit, ist es trotzdem in vielen Situationen unumgänglich, den Wert entsprechend zu erhöhen.

Fotografierst du bei wenig Licht und möchtest keinen Blitz nutzen (z. Bsp. in Innenräumen), so kannst du mit einer höheren ISO entsprechend trotzdem noch die nötigen Verschlusszeiten erhalten, um verwacklungsfreie Bilder zu bekommen. Derselbe Effekt kannst du dir aber auch bei Aufnahmen draussen zu nutzen machen, denn auch dort können die Lichtverhältnisse schnell schlecht werden. Gerade wenn du kein besonders lichtstarkes Objektiv hast, wirst du schnell einmal an die Grenze der möglichen Verschlusszeiten kommen. Hier hilft es, die ISO etwas zu erhöhen.

In vielen Fällen reicht es bereits aus, die ISO auf 200 oder 400 zu erhöhen. Dabei hast du bereits deutlich mehr Möglichkeiten bei den anderen Kamerawerten etwas zu spielen. Ich bin dabei jedoch der Meinung, dass du im Zweifelsfall lieber die höhere ISO wählen solltest. Lieber ein verrauschtest als ein unscharfes oder gar kein Bild!

50mm, f 8.0, ISO 250, 1/250

Bei dem Bild musste iauf ISO 250, damit trotz Wind das Schilf einigermassen scharf abgebildet wird.

Wie hoch du gehen kannst, ohne dein Bild aufgrund des hohen Rauschens unbrauchbar zu machen, musst du mit deiner Ausrüstung selbst herausfinden. Dabei ist auch die gewünschte Betrachtungsgrösse des Bildes entscheidend. Willst du das Foto nur auf dem Smartphone anschauen, verträgt das Bild deutlich mehr, als wenn du es dir zu Hause in Grossformat an die Wand hängen willst.

ISO-Automatik ja oder nein?

Die meisten Kameras bieten eine sogenannte ISO-Automatik an. Dabei berechnet die Kamera automatisch, welche ISO du bei den aktuellen Lichtverhältnissen brauchst.

Gerade wenn du neu in der Fotografie bist, kann dies eine sehr gute Hilfe sein. Auch wenn du Blitzschnell zwischen verschiedenen Lichtverhältnissen wechseln muss, kann dir diese Einstellung das Bild retten.

Ich empfehle jedoch, dabei immer die ISO Werte welche von der Kamera gewählt wurden zu beobachten. Meist wird diese beim Blick durch den Sucher eingeblendet. So lernst du sehr schnell, wann du welche Werte brauchst.

Was du unbedingt tun solltest, ist das Festlegen eines Höchstwertes. So wählt die Kamera nur ISO Werte bis zu dieser Grenze. So kannst du verhindern, dass auf einmal unbrauchbar hohe Einstellungen gewählt werden. Setzt du diesen Wert zum Beispiel auf 400 oder 800 wirst du am Schluss noch eine sehr gute Bildqualität haben, bist aber bei den Einstellungen sehr flexibel und wirst in vielen verschiedenen Lichtsituationen gute Bilder schiessen können. Natürlich sind bei modernen Kameras auch werte bis 1600 oder 3200 als Höchstwerte absolut vernünftig.

Allerdings passiert es mit der ISO-Automatik immer wieder, dass die Kamera die ISO erhöht, obwohl zum Beispiel einfach eine kleinere Blende gereicht hätte. Deshalb ist dieser Automatikmodus, wie die meisten seiner Art, eine sehr gute Hilfe aber nicht in allen Situationen die beste Wahl.

ISO im Zusammenspiel mit den halbautomatischen Modi

Die ISO lässt sich wunderbar in Zusammenarbeit mit den halbautomatischen Kameramodi wie Zeitautomatik und Blendenautomatik verwenden. Bei beiden Modi wählst du ja einer der Parameter und die Kamera ergänzt den zweiten durch ihre Berechnung. Wenn in der Zeitautomatik die berechneten Verschlusszeiten zu lang werden, kannst du einfach die ISO etwas erhöhen und erhältst dadurch gleich kürzere Verschlusszeiten.

Mit diesem Vorgehen wird es sehr viel einfacher, mit diesen Einstellungen zu arbeiten und man wird dabei auch sehr schnell beim Einstellen. Aussenstehende merken meistens gar nicht, dass du etwas an der Einstellung verändert hast, da du alles über wenige Handgriffe steuern kannst.

Welche ISO Einstellung in welcher Situation?

Grundsätzlich bieten moderne Kameras Werte ab ISO 100 (selten darunter) bis auf (teils weit) über 20’000. In meinen Augen ist bei den meisten Kameras der brauchbare Bereich bei ungefähr ISO 1600 oder 3200 erreicht. Ausnahmen gibt es dabei selbstverständlich.

Wie bereits erwähnt kommt es immer auf deine Ausrüstungen (vor allem lichtstarke Objektive) an, wie hoch du gehen musst. Deshalb kann ich dir hier keine genaue Empfehlung abgeben, wann du welche Einstellungen wählen solltest. Grundsätzlich ist eine Kamera von höherer Qualität in der Lage, besser mit hohen ISO Werten umzugehen.

Ein paar Grundsätze, welchen ich folge:

Fotos auf Stativ

Bei Fotos vom Stativ, bei welchen sich das Motiv nicht bewegt (Landschaften), wähle ich fast ausschliesslich ISO 100 um die bestmögliche Bildqualität zu erhalten. Schliesslich kann ich hier problemlos die Verschlusszeit erhöhen und das fehlende Licht dadurch ausgleichen.

Fotos bei Sonne

Bei viel Licht, gerade bei Sonnenschein, ist selten mit Problemen bezüglich dem vorhandenem Licht zu rechnen. Hier kommst du auch meistens bei ISO 100 aus.

Fotos draussen bei schlechten Lichtverhältnissen

In der Dämmerung, bei schlechtem Regen oder in einem dichten Wald kann das Licht schnell einmal knapp werden. In den meisten Fällen kommst du dabei mit ISO 400-800 gut aus.

Fotos in Innenräumen

Willst du ohne Blitz arbeiten hast du sehr häufig bei Fotos in Innenräumen ein Problem. Hier brauchst du schnell einmal ISO Werte von 800 oder noch höher.

exotischer_vogel_foto
185mm, f8.0, ISO3200, 1/250

Bei diesem Bild im Tropenhaus war es zwar hell, aber doch nicht hell genug, dass ich gute Verschlusszeiten mit weniger ISO erreichen konnte.

Nachtfotografie

Die Nachtfotografie ist ein sehr spannendes Thema und lässt sich hier nicht vollständig abhandelt. Grundsätzlich kannst du bei der Arbeit vom Stativ mit stehenden Motiven sogar mit ISO 100 arbeiten wenn die Zeit keine Rolle spielt. Aus der Hand musst du natürlich die ISO-Empfindlichkeit massiv erhöhen. Vielleicht reicht das Licht sogar bei sehr hohen Werten nicht mehr.

Eine Ausnahme dieser Regeln bildet die Fotografie der Milchstrasse oder von Sternen. Hier arbeitest du mit Stativ, musst aber trotzdem so viel Licht wie möglich einfangen. Deshalb wird hier häufig mit ISO Werten von 1600 oder 3200 (oder noch höher) gearbeitet. Bei weniger Empfindlichkeit kannst du die feinen Sterne einfach häufig gar nicht mehr aufs Bild bekommen.

11mm, f 2.8, ISO 1600, 25 Sek.

Bildrauschen bei der Bearbeitung entfernen

Bildrauschen lässt sich in den meisten Bearbeitungsprogrammen auch nachträglich noch entfernen. So bietet zum Beispiel Lightroom die entsprechenden Regler an.

Doch leider verlierst du neben dem Bildrauschen dabei auch sehr schnell wichtige Bildinformationen. Ein klein wenig entrauschen geht immer, wenn du das aber zu stark machst, leidet sehr schnell deine Bildqualität und dein Werk wirkt irgendwann nur noch schwammig. Deshalb solltest du mit diesen Reglern sehr vorsichtig sein.

Aus diesen Gründen ist die nachträgliche Rauschentfernung nur ein Notnagel und sollte nicht in zu starkem Masse verwendet werden.

Fazit

In meinen Anfangszeiten war diese ISO für mich ein regelrechter Feind. Ich traute mich da nicht ran und verstand das Ganze sowieso nicht. Als ich mich zwang, die Automatik auszuschalten lernte ich es jedoch sehr schnell. Die Wahl der richtigen ISO Werten wird dir jedoch schon bald keine Probleme mehr bereiten wenn du dich einmal an diese Einstellung ran traust. Du kannst ja, Digitalfotografie sei Dank, immer sehr schnell nachkorrigieren.

Die wichtigsten Punkte:

  • Der ISO Wert regelt die Empfindlichkeit des Sensors.
  • Tiefe ISO Werte bringen die beste Qualität, brauchen aber auch viel Licht (oder Zeit).
  • Hohe ISO Werte helfen bei schlechten Lichtverhältnissen, führen aber schnell zu unschönem Rauschen.
  • Der richtige ISO Wert muss in Abstimmung mit dem verwendeten Equipment und der Situation immer wieder neu gefunden werden.

Weg vom Knipsen auf Instagram!

Wie es sich zu einem Blog rund um die Fotografie gehört, ist Weg vom Knipsen nun auch auf Instagram zu finden.

Denn Account gibts zwar schon ein paar Wochen, wird nun aber regelmässig mit meinen neuesten Bildern gepflegt.

Folge mir auf Instagram, um kein Bild zu verpassen! Es werden vorzugsweise Natur, Landscape, Macro Bilder gepostet. People wird auf dem Account nicht viel zu sehen sein. Da folgt ggf. später ein eigener dazu.

Account @flobaumberger (da Instagram leider weder Bindestriche noch Leerschläge zulässt).

 

 

Rezension «Abenteuer Landschaftsfotografie» von Benjamin Jaworskyj

Das Buch «Abenteuer Landschaftsfotografie» von Benjamin Jaworskyj * ist sein drittes Buch und dreht sich diesmal – welch Überraschung bei dem Buchtitel – um die Landschaftsfotografie. Ich habe das Buch letzte Weihnacht geschenkt bekommen, zu diesem Zeitpunkt kannte ich wohl schon alle Videos von Ben auf Youtube (link zu Channel), diese haben mir gerade zum Beginn der Fotografie unheimlich viel geholfen. Die Videos kann ich wirklich allen empfehlen.

Ich war im Vorfeld sehr auf das Buch gespannt, schliesslich sind die Berichte der Leser durchaus Positiv und die Amazon Bewertungen grösstenteils überzeugend.

Ohne viel Gerede erstmal meine kurze Einschätzung. Ja das Buch hat viele Informationen, allerdings gibt es einiges was man im Vorfeld des Kaufes wissen sollte. Die wichtigste Frage die du dir stellen musst ist, passt das Buch zu dir? Weshalb das so wichtig ist, liest du in den nächsten Kapiteln.

Die Aufmachung

Hier muss ich dem Team welches das Buch gestaltet hat ein Lob machen. Das Buch ist sowohl äusserlich wie auch innerlich wunderbar und zum Thema passend gestaltet. Mit dem gedruckten «Lederlook» mit Abnutzungserscheinungen passt es perfekt ins Bild eines Abenteuerfotografen der sein Tagebuch überall mitschleppt.

Auch im Buchinnern wird mit kleinen Notizen und Anmerkungen der Look eines Tagebuches gepflegt. Eine leicht verspielte Art, die aber das ganze doch sehr gut auflockert. Weiter ist das Buch natürlich mit sehr vielen Bildern gespickt, diese sind selbstverständlich durchgehend sehr gelungen und passen in den meisten Fällen gut zum erklärten Thema. Die Bilder sind immer mit den genutzten Kameraeinstellungen versehen und helfen dabei, gewisse Situationen nachzuvollziehen. Für meinen Geschmack dürften die Fotos etwas heller abgedruckt sein, das trübt die Freude aber nur minimal.

Gliederung

Das Buch ist in mehrere Bereiche gegliedert.

Equipment

Zum Buchbeginn wird in wenigen Seiten auf die Ausrüstung für einen Landschaftsfotografen eingegangen. Dabei spielen sowohl Kamera wie auch Objektiv eine Rolle. Doch auch weiteres Material wie Filter, Stative und Rücksäcke finden ihren Platz. Dabei darf die Werbung für seine Produkte natürlich nicht fehlen, aber ich denke das kann man ihm verzeihen.

Im gross und ganzen Bilden diese Seiten einen sehr guten Überblick für Neueinsteiger, was es alles in der Landschaftsfotografie zu nutzen gibt. Für jemand der neu mit der Fotografie anfängt könnte jedoch vielleicht der Eindruck entstehen, dass all dieses Material nötig ist. Dem ist selbstverständlich nicht so. Es geht auch mit weniger.

Als Nikon Nutzer sind mir mehrere kleinere Seitenhiebe gegen diesen Hersteller aufgefallen. Ja Benjamin nutzt nicht Nikon, sehr viele Landschaftsfotografen jedoch schon. So schlecht wie sie hier gemacht werden (Zitat «Technisch nicht auf dem aktuellen Stand der Dinge») sind sie sicher nicht.

Fokussieren / Einstellungen

In zwei weiteren Kapiteln wird auf die möglichen Einstellungsmöglichkeiten der Kamera eingegangen. Auch wie man richtig fokussiert wird thematisiert. Dabei werden sowohl die Grundlagen wie teilweise auch Themen für etwas fortgeschrittene Fotografen abgehandelt (z. Bsp. Hyperfokale-Distanz).

Da es kein Allheilmittel für die richtige Einstellung gibt, sind diese beiden Kapitel relativ kurz gehalten.

Gestaltungshilfsmittel

In diesem Kapitel mit etwas mehr als 15 Seiten zeigt Benjamin die bekannten und gängigsten Gestaltungshilfsmittel und wie man dieses Anwenden kann (z. Bsp. Zwei-Drittel-Regel, Goldener Schnitt etc.).

In diesem Teil des Buches kommen die Beispielbilder zu seinen Erklärungen voll zur Geltung. Die erklärten Regeln sollten somit für alle verständlich sein. Für blutige Anfänger ist dieses Kapitel Gold wert. Wer diese Regeln beachtet, macht garantiert bessere Bilder!

Situationsbedingte Tipps

Über mehr als hundert Seiten im Buch sind den Tipps in speziellen Situationen gewidmet. Dabei wird auf folgende Themen eingegangen:

– Wetter (Sonne, Regen…)
– Jahreszeiten (Sommer, Winter…)
– Tageszeit (Morgen, Abend…)
– Themen und Motive (Berge, Seen, Strände…)

Zu jedem der Themen finden sich auf 3-4 Seiten ein paar Beispielbilder und ein paar Tipps, auf was man achten sollte und was sich besonders gut umsetzen lässt.

Hilfsmittel

Auf den letzten paar Seiten finden sich diverse Tipps zu Apps und Webseiten, welche bei der Landschaftsfotografie helfen. Weiter sind diverse Tabelle zu Belichtungszeiten und ähnlichem Vorhanden. Diese sind sehr nützlich und ersparen doch das Rechnen. Wenn man sie dann auch dabei hat wenns wirklich zählt 😉

Kritik

Ja und weshalb ist es jetzt so wichtig, dass das Buch zum Leser passt? Tönt doch alles soweit ganz gut oder?
Das Buch ist von den Themen her sehr umfangreich. Es werden wirklich viele Themen der Landschaftsfotografie abgedeckt. Daher kann ich das Buch für komplette Neueinsteiger in der Materie wirklich als ersten Schritt empfehlen.
Wer jedoch schon etwas Erfahrung hat oder zum Beispiel alle Videos von Benjamin (oder anderen Fotografen) auf Youtube gesehen hat, dürfte – so wie ich – etwas enttäuscht sein.

Da das Buch sehr viele Themen abdeckt und sehr breit ist, fehlt einfach häufig die notwendige Tiefe um mehr Wissen zu vermitteln. Oder aber, teilweise ist einfach nicht viel mehr zum Thema zu sagen. Ich persönlich habe wohl durch das Buch nur sehr wenig Neues gelernt, da ich mich vorgängig Online doch schon sehr stark mit dem Thema auseinandergesetzt hatte. Irgendwie blieb bei mir durch das ganze Buch durchgängig das Gefühl, Bens Youtube Videos in Schriftform noch einmal zu wiederholt zu bekommen.

Was auf jeden Fall etwas bringt, und zwar für jeden, die Bilder gut zu analysieren. Hier kann man wirklich vieles lernen und einiges an Inspiration mitnehmen.

Leider muss ich noch eine weitere Kritik anbringen. Ein Buch, das gerade auf Anfänger zugeschnitten ist, darf meiner Meinung nach keine Fehler enthalten! Wenn jedoch zwei Beispielbilder, eines mit Kurzzeitbelichtung und eines Langzeitbelichtet, gemäss Bildtext die gleichen Einstellungen verwenden, kann dies sehr verwirrend sein. So ein Fehler muss vor der Veröffentlichung behoben werden!

Empfehlung

Empfehle ich das Buch weiter?

Ja, wenn du (oder derjenige der es Geschenkt bekommen soll) neu in der Fotografie oder zumindest in der Landschaftsfotografie bist. Dann bin ich überzeugt, dass du einen richtig guten Mehrwert für dich finden wirst. Hätte ich, als ich ganz am Anfang stand, dieses Buch gelesen, wären ein paar meiner Bilder aus den ersten Wochen und Monaten sicher ein paar Stufen besser geworden. Gehörst du in diese Gruppe und willst gute Landschaftsfotos schiessen? Dann kauf dir das Buch!

Werbelink:

Nein, wenn du schon einiges an Erfahrung oder zumindest theoretisches Wissen in dem Bereich hast. Für die Bilder lohnt es sich, diese sind wirklich gut. Schöne Bilder kannst du aber auch gratis im Web (z. Bsp. www.500px.com ) anschauen. Als Nachschlagewerk und Inspiration sicher ganz ok, aber meiner Meinung nach nicht den Preis wert.

Verirrt im Wald – Sonnenaufgang am Thunersee

Ein Zaun… Ein Zaun?!? War der schon immer da? So in etwa waren meine Gedanken als ich vor kurzem an einem Morgen mit vielversprechenden Wetterprognosen an eine leicht zu erreichende Stelle ein paar Sonnenaufgangsstimmungen einfangen wollte. Aber der Reihe nach…

Die Wetterprognose für diesen Morgen zum Beginn des Monats Oktober waren sehr vielversprechend. Sonne mit einigen Wolkenfeldern verkündete der Wetterdienst. Perfekt! Ich wählte für dieses Mal eine Stelle etwas weiter oben am Thunersee am Flussdelta der Kander. Der Plan war, den Fluss zu durchwaten und dann auf dem Delta einen guten Spot zu suchen.

Am Abend vorher noch kurz das, leider noch immer wenig genutzte, Tokina 11-20mm 2.8 * auf die Kamera montiert und alles bereitgestellt.

Zum Glück ist Herbst, es reicht jetzt bereits problemlos um 6:00 aufzustehen, und doch noch rechtzeitig zur spannenden Zeit am Spot zu sein. Die Sommermonate sind diesbezüglich einfach zu hart 😊

Der Morgen

Der Wecker klingelt und ich schleppe mich zum nächsten Fenster um einen kurzen Kontrollblick nach draussen zu wagen. Noch sehr dunkel, doch ich erkenne im wenigen Licht ein paar Wolken am Himmel, das könnte was werden.

Also die Ausrüstung gepackt und ab ins Auto. Unterwegs schnappte ich mir noch die Anglerstiefel um durchs Wasser beim Fluss zu kommen und stecke (zum Glück!) noch die Stirnlampe ein.

Die kurzen 10 Minuten Fahrt zum Parkplatz beim Fluss etwas oberhalb des Sees vergehen schnell. Hüftstiefel montieren (zum Glück ist es finster, sexy ist anders…) und los geht es. Wenn meine Erinnerung mich nicht trübt, muss es im Wald irgendwo einen kleinen Trampelpfad der vom Weg abzweigt geben. Dieser sollte mich direkt an den See führen.

Leider ist es im Wald so richtig dunkel, und meine Stirnlampe ist auf einmal gefühlt auch nicht mehr ganz so hell. Jedenfalls irre ich Wald auf und ab, doch ich kann diese Abzweigung nicht finden.

Naja auch egal, Offroad geht auch. Quer durch den Wald in die ungefähre Richtung schlage ich mich durchs Unterholz. Steige über und unter Bäumen hindurch (Notiz an mich: Hüftstiefel eignen sich nicht dafür) bis irgendwann vor mir ein Zaun auftaucht. Wo ich genau stehe und weshalb es hier nicht weiter geht kann ich mir nicht erklären. Ich folge dem Zaun weiter, bis ich auf einmal den lange gesuchten Trampelpfad finde.

Zwischen den Baumkronen sehe ich bereits erste rötliche Verfärbungen am Himmel. Also geht’s ab jetzt laufend weiter bis an den See. Am Wasser angekommen, gilt es erst noch einen etwa 10m breiten Streifen Wasser zu durchwaten. Auch das ist schnell erledigt. Gerade zur rechten Zeit, als der Himmel sich Dunkelrot und kurz darauf Richtung Violett verfärbt.

Sonnenaufgang am Thunersee mit HDR aus Belichtungsreihe
20mm, HDR aus Belichtungsreihe

Wenn man bedenkt, dass sich all das auf wenigen hundert Metern abgespielt hat, muss ich an meinem Orientierungssinn in der Dunkelheit definitiv arbeiten 😊

Die Bilder

Die Kamera ist dank der Schnellwechselplatte schnell auf dem Stativ in Bodennähe festgemacht. Jetzt gilt es den richtigen Bildausschnitt zu finden und manuell zu fokussieren. Ich wähle die manuelle Fokussierung, weil es deutlich zu wenig Licht hat um den Autofokus zu nutzen. Zusätzlich verhindere ich so, dass beim Auslösen des Bildes automatisch neu (evtl. falsch) fokussiert wird.

Das Fokussieren stellt sich als äusserst schwierig heraus. Es ist noch sehr dunkel und ich habe im gewählten Abschnitt keine Lichtquelle die man gut als Fokuspunkt nutzen könnte (mit der Bildschirmlupe kann wunderbar auf eine Strassenlaterne o. ä. fokussiert werden). Also mache ich es so gut es geht und hoffe, alles richtig gemacht zu haben.

Als Kameramodus wähle ich die Zeitautomatik.

Auf dem Bildschirm der Kamera schaut es schon ganz ordentlich aus.

Wenige Minuten später kann ich noch ein weiteres gutes Bild schiessen. Wie bei allen Aufnahmen an diesem Morgen nehme ich eine Belichtungsreihe mit 5 Bildern und einer Blende unterschied auf, damit ich diese später zu einem HDR zusammenfügen kann.

Als die Färbung im Himmel verblasst, will ich schon zusammenpacken. Glücklicherweise habe ich noch abgewartet, denn die Farbe in den Wolken kommt noch einmal kurz vor dem Aufgang der Sonne in einem genialen Orange zurück.

17mm, HDR aus fünf Bildern

Zufrieden mache ich mich anschliessend (zum Glück mit Tageslicht) wieder auf den Weg zurück zum Auto. Der Weg an den See kam mir im Dunkeln deutlich länger vor…

Nachbearbeitung

Die Bearbeitung der Bilder stellte sich für mich etwas schwieriger als erwartet heraus.

Das erste Bild war leider unscharf. Der Vordergrund ist zwar aktzeptabel, die Berge sind jedoch nicht so abgebildet wie gewünscht. Hier habe ich definitiv den falschen Fokuspunkt gesetzt. Aber seht selbst:

Sonnenaufgang am Thunersee
17mm, HDR aus Belichtungsreihe

Das grössere Problem war aber, eine gute Mischung zu finden, um die Farben bei den Bildern zur Geltung zu bringen und trotzdem nicht zu übertreiben. Ich entschied mich in diesem Fall nun für eine doch sehr starke Ausprägung der Farben, etwas mehr als ich es normalerweise mache. Aber es schien mir in diesem Fall die beste Alternative, um möglichst viel aus den Bildern heraus zu holen.

Damit folge ich wohl dem aktuellen Trend von Instagram und Co. Mehr Kontraste, mehr Dynamik mehr «wow» Effekt.  Ich bin noch etwas hin und her gerissen.

Hier seht ihr einen Vergleich von vorher und nachher.

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Bevor ich die Bilder im Detail bearbeitete, erstellte ich jeweils ein HDR mit 3 oder 5 Bildern. Leider überzeugten mich die Ergebnisse nicht vollends. Die hellen Bilder wurden von Lightroom meiner Meinung nach nur bedingt mit eingerechnet. Der Vordergrund blieb so im Endergebnis so dunkel, dass ich die Tiefen noch deutlich hochnehmen musste, was zu mehr Bildrauschen führte.

Ich habe mir für dieses Vorgehen nun mal noch HDR Projects 4 gekauft, ich werde dann später mal berichten, wie es sich im Vergleich verhält. Evtl. kann ich dann einen kleinen Vergleichstest nachliefern.

Nebst der üblichen Bearbeitung in Lightroom machte ich den Feinschliff noch in Photoshop. Ein paar menschliche Erzeugnisse musste ich noch weg stempeln. Zusätzlich habe ich nochmals etwas mit der Nik Collection an den Farben gearbeitet im Bereich der Kontraste. Auch manuell habe ich mit etwas Dodge and Burn im Bereich der Wolken noch etwas mehr versucht herauszuholen.

Lessons learned

  • Hüftstiefel und klettern im Wald sind eine gaaanz schlechte Kombination.
  • Fokussieren mit so wenig Licht, kann je nach Motiv eine Herausforderung sein. Hier muss ich noch lernen.
  • Bei HDR Bildern stimmt das Ergebnis noch nicht. Entweder brauche ich andere Bilder (mehr, mehr Differenz) oder eine andere Software.

Hast du vielleicht einen Tipp für mich, wie du bei wenig Licht und ohne klare Lichtquellen im Bild fokussierst? Oder kannst du etwas zu den HDR aus Lightroom im Vergleich mit anderer Software sich verhält? Lass mir dazu doch einen Kommentar da.